Von Shanghai nach Hangzhou

Nach dem langen Flug war ich sehr müde in einem Hotel gelandet. Am nächsten Morgen um 7:15 Uhr dann der Weckruf der Rezeption. Kurz geduscht und Sachen gepackt. Das Frühstück kostete extra und die Zeit war zu knapp. Also ging es mit leerem Magen mit dem Shuttlebus zurück zum Flughafen. An mir zogen unzählige andere Autos vorbei, der Fahrer hatte einen eigentümlichen Fahrstil. Es war alles dabei inklusive rechts überholen noch kurz die Ausfahrt bekommen oder plötzlicher Spurwechsel. Das ist wohl auch der Grund warum es für Motorroller und Fahrräder extra Spuren gibt.

Nächstes Ziel: Long Distance Bus. Ausgeschildert war es und nette Chinesen wiesen mir mehr oder minder freundlich den Weg. Es waren noch 15 Minuten bis zur Abfahrt. Frei nach dem Motto „nur Bares ist Wahres“ konnte ich die 110 CNY (ungefähr 45 Euro) nicht mit Kreditkarte zahlen. Also wieder zurück zum Terminal und einen Geldautomat gesucht. Abermals schreiende Chinesen die mir anboten das Geld bei ihnen zu bekommen. Ich entschied mich für den stillen Genossen Geldautomat. Da mein Bus nun fort war, blieb mir nichts anderes übrig als auf den nächsten zu warten.

Erster Kontakt mit dem Nicht-Internet

Also machte ich Bekanntschaft mit einem deutschen Unternehmer, der in China Teile produziert. Wir sprachen über das Internet oder eher Nicht-Internet und den schlechten Zugang. Merke: Verbindungen zum chinesischen Mobilfunknetz mit einer deutschen SIM-Karte funktioniert nicht (oder wenn dann nur für Telekom-Kunden). Damit fallen natürlich auch die kostenlosen Wifis flach, da man eine SMS mit einem Code zu gestellt bekommt. Man sollte also vorher alle Informationen haben, damit man bis zum Hotel kommt wo es dann üblicherweise Wifi gibt. Aber selbst wenn man Internetzugang hat, heißt das nicht, dass man alles Aufrufen kann. Natürlich werden die meisten uns bekannten Seiten durch die „große Firewall“ geblockt. Wie ich später heraus bekommen werde, variiert das je nach Wifi und Standort. Die Lösung ist eine gesicherte Tunnelverbindung via VPN. Damit nicht genug, denn auch das heißt noch nicht, dass das Internet schnell genug ist zum Surfen. Es fühlt sich nicht nur so an, nein es ist wie zu 56k-Modem-Zeiten. Ohne Scherz!

Die nette Chinesin

Zurück am Busterminal war ich dieses Mal zu früh dran. Die Wartehalle versprühte einen heruntergekommenen Charme. Das Sicherheitspersonal scannte gelangweilt meine Koffer auf mögliche Gefahrenstoffe (wie beim Flugzeug-Checkin). Auch das Boarding funktioniert nach dem Flughafen-Prinzip, nur alles 3 Nummern kleiner. Um 10 Uhr war es dann soweit. Der Bus war durchaus komfortabel und modern ausgestattet, allerdings fast leer. Ich lernte eine freundliche Chinesin kennen und wir fanden heraus, dass sie ebenfalls zur Zijingang University müsste und ich mich „an sie hängen“ könnte. Die Landschaft, wenn man es so nennen möchte, war sehr monoton — nur mehrspurige Autobahnen und hohe Wohnhäuser. Schlafenszeit! Dem Angebot der Chinesin folgend nahm ich das gleiche Taxi. Am Ende lud sie mich auf die Taxifahrt ein (es führte auch kein Weg rein, dass ich selber zahlen wollte) und gab mir ihre Telefonnummer, falls ich noch irgendwas wissen möchte. Ich dankte ihr trotzdem herzlich.

Das verglaste Badezimmer

Das Zijingang International Hotel sieht pompös aus. Die Zimmer sind wirklich luxuriös. Etwas gewöhnungsbedürftig finde ich das total verglaste Badezimmer — in diesem Hotel mit hübschen Ornamenten als Trenner zwischen Milchglas und durchsichtigem Glas. Man hat sogar eine Schiebetür, damit leichter vom Bad zum Bett und umgekehrt wechseln kann und den/die Liebste auch nicht aus den Augen verliert. Passende Accessoires werden gegen Aufpreis angeboten.

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